DSC_0045DSC_0041DSC_0037DSC_0031DSC_0030DSC_0019DSC_0025DSC_0027DSC_0005Die Verwandlung

nach Franz Kafka

PREMIERE: 27. JANUAR 2018     Landestheater Schwaben, Studio

 Jan Arne Looss  Tobias Loth  Sandro Šutalo

REGIE Pia Richter  AUSSTATTUNG Julia Nussbaumer DRAMATURGIE Anne Verena Freybott

Nach einer durchträumten, unruhigen Nacht findet sich der Handlungsreisende Gregor Samsa, Hauptverdiener in seiner Familie, in seinem Bett in ein Ungeziefer verwandelt wieder. Er versteht die Welt nicht mehr und die Welt versteht ihn nicht mehr. Die Metamorphose Gregors sorgt im kleinbürgerlichen Familienkosmos für Angst und Schrecken: Alle Eigenschaften, die ihn bisher auszeichneten, wie Anpassungsfähigkeit und Arbeitseifer, sind mit einem Mal verschwunden.

DIE VERWANDLUNG lässt sich als Parabel auf die kapitalistische Arbeitswelt und ihre Ausbeutungsmechanismen lesen.

KRITIKEN:

Regisseurin Pia Richter legt ein dichtes Netz an Deutungsfährten aus – sie führen zu Schlachtfeldern der menschlichen Psyche, zu einem klaffenden Schlund namens moderne Finanzökonomie und mitten in den Albtraum eines Menschen, der zwischen all dem zugrunde geht.
Dabei geht es auf der Bühne mit schonungsloser und teils verstörender Körperlichkeit zur Sache: adäquates Gegengewicht zum anspruchsvollen geistigen Konzept. Alle drei Schauspieler fordern sich bis zum Äußersten, liefern eine furiose Leistung ab – und als Kombo eine kongeniale Umsetzung der Ich-Instanzen.

Allgäuer Rundschau, 30.01.2018 https://piarichterregie.files.wordpress.com/2018/01/kritik-verwandlung_allgau-rundschau.pdf

Wie bringt man Franz Kafkas „Gregor Samsa“ in seinem ebenso neuartigen wie grotesken Aussehen auf die Bühne, ohne in einer Plattitüde zu enden? Das Gastspiel „Die Verwandlung“, mit dem das dreiköpfige Ensemble vom Memminger Landestheater Schwaben am Mittwochabend ins Theater Ravensburg angereist war, hat dieses Kunststück vollbracht. Auf unverblümte und nah am Publikum agierende Weise.

Schwäbische Zeitung, 13.04.2018

https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/ravensburg_artikel,-die-memminger-rücken-kafka-zu-leibe-_arid,10851495.html

Reduziert auf die Erfüllung seiner beruflichen Pflichten, ängstlich um sein Fortkommen bemüht, gepeinigt von der Angst vor geschäftlichen Fehlern, ist er die Kreatur eines rein funktionalistischen Erwerbslebens.
Einige ausgesprochene Reflexionen in der Inszenierung von Pia Richter weisen auch darauf hin: „Der Horror ist die Erkenntnis über die Grenzen unserer Macht“, „Der Lauf der Dinge wird durch das Finanzgeschehen bestimmt. Doch das erscheint nur unumstößlich…“, „Sollte es uns nicht stolz machen, uns vom Affen zum Menschen verwandelt zu haben?“
Eindeutig interpretierbar ist bei Kafka wenig oder anders herum lädt alles dazu ein – die Inszenierung am Landestheater Schwaben wird diesem Anspruch mehr als gerecht.

Memmingen sind wir, 30.01.2018.  http://www.memmingen-sind-wir.de/2018/01/30/die-verwandlung-von-franz-kafka-am-landestheater-schwaben/

Das bizarre Geschehen um den Handlungsreisenden Gregor Samsa, der sich über Nacht in einen Käfer verwandelt, ist hinlänglich bekannt und bietet reichlich Interpretationsspielraum. Diesen nutzt Pia Richter (dem Memminger Theaterpublikum bekannt durch Ihre „schräge“ Inszenierung von „Effi Briest“) für eine weitere provozierende und auch schockierende Klassiker-Inszenierung, die vom Premierenpublikum mit großem Beifall aufgenommen wird.(…)Der begeisterte Beifall des Premierenpublikums gilt einer einfallsreichen und ungewöhnlichen schrill-schrägen, sinnlichen Inszenierung, in der das Kafkaeske zum Grotesken wird. Und drei Schauspielern, die sich durch Blut und Schlamm wühlen und aus all dem am Ende strahlend hervorgehen.

Die Lokale, 30.01.2018.  https://deref-web-02.de/mail/client/z-2LcOlEL_U/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.lokale-mm.de%2Fnews%2Fhandle-care%2F