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TRUNKENER PROZESS

2014
Werkraum Münchner Kammerspiele/OFS
A: Bernard-Marie Koltès / R: Pia Richter / B: Alena Georgi + 
Theresa Scheitzenhammer / K: Jana Schützendübel / M: Daniel Door /
D: Laura Guhl

Mit
Nurit Hirschfeld, Philipp Basener, Jonas Grundner-Culemann,
Bastian Hagen,Colin Hausberg, Thomas Hauser
Der junge Bernard-Marie Koltès träumt Dostojevskij: Nach dem Roman „Schuld und Sühne“ hat der damals gerade 23jährige Koltès einen nächtlichen Reigen der Einsamen geschrieben, in dessen Mittelpunkt der Mörder Rodion steht. Wie unter einem Brennglas wird die Handlung von Dostojewskijs Romans auf einen Raum fokussiert, in dem sich ein selbstzerstörerischer Albtraum abspielt. In der gewaltsamen Überschreitung moralischer Grenzen sucht Rodion Antworten zu finden und versucht, die Welt aus den Fugen zu treiben: eine rücksichtslose und unerhörte Art zu sagen, dass sich etwas ändern muss –
Um Rodion gruppieren sich im TRUNKENEN PROZESS andere Nachtgestalten und Gestrandete. Ihnen allen versucht Rodion zu entfliehen, und doch verfolgen sie ihn bis in seine Gedanken hinein.
Eingeladen zur Young Actors Week, Salzburg

 

Die Münchner Jungregisseurin Pia Richter hat Gewichtigeres im Sinn. Sie hat einen frühen Text von Bernard-Marie Koltès entdeckt, eine surreale Überschreibung von Dostojewskis „Schuld und Sühne“. Den Mörder Rodion Raskolnikov suchen in einer kleinen Küche seltsame, unheimliche Gestalten heim: ein Panoptikum von Einsamen, Gestrandeten, aus der Welt Gefallenen. Das nützen die Spieler der Falckenberg-Schule zu einer Reihe subtiler, hintergründiger und auch witzig-skurriler, jedenfalls scharf ausgearbeiteter Profile, perfekt abgestimmt mit Raum, Geräuschkulisse und szenischen Setzungen: ein Gewinn.

Salzburger Nachrichten, 21.07.2014